Atemaussetzer im Schlaf – und wie der Arzt sie behandelt (Fortsetzung)

Teil 1 des Berichts finden Sie hier

Zurück beim HNO-Arzt

Nach meinem unschönen Erlebnis mit dem „mobilen Schlaflabor“ erschien ich einigermaßen unausgeschlafen am nächsten Morgen wieder beim HNO-Arzt. Wie nicht anders zu erwarten, erlaubten die Messdaten keine großen Rückschlüsse. Ich hatte die Messung ja auch nach der Hälfte abgebrochen. Wobei man dann ja eigentlich die Ergebnisse der ersten Hälfte hochrechnen könnte. Aber auch das sah das Gerät nicht vor. Der Arzt konnte meinen Krampf oberhalb des Knies nur mit einer ungewöhnlichen Schlafposition erklären, auch wenn er sich eher wie bei einem Stromstoß anfühlte. Auch das bestätigt in meinen Augen nur, dass das Gerät zur Messung des Schlafs ungeeignet ist, da man nämlich bei der Messung unnatürliche Schlafpositionen einnimmt.

Was also tun gegen die Atemaussetzer im Schlaf?

Wie ging es nun also weiter? Immerhin konnte man aus den Daten ablesen, dass ich nur einen Atemaussetzer im Schlaf hatte, also hochgerechnet auf die gesamte Nacht vielleicht zwei. Erst ab 10-12 Atemaussetzer pro Nacht, so der Arzt, muss man sich wirklich Sorgen machen. Jedenfalls legten die Ergebnisse nahe, dass es sich in meinem Fall nicht um eine Schlafapnoe handelt. Bei einer Apnoe würde der obere Teil der Atemwege in sich zusammenfallen, da beim Einatmen in Lunge und Bronchien dem entstehenden Unterdruck nicht genug Widerstand entgegengesetzt werden kann. In meinem Fall deutet also alles auf eine Verengung der Atemwege hin. Dazu gibt es prinzipiell zwei Behandlungsansätze:

Konservative Behandlung: Erweiterung der Atemwege mittels Nasendusche und Sprays

Obwohl der Arzt mir sagte, dass er nur mit Operationen wirklich Geld verdient, riet er zunächst zu einer konservativen Behandlung mittels Sprays und Nasendusche. Dabei wird in erster Linie darauf Wert gelegt, die Atemwege zu erweitern und Schwellungen in Nase und Nebenhöhlen abklingen zu lassen.

Operative Behandlung: Nasenscheidewand-OP

Falls eine schiefe Nasenscheidewand als Grund für verengte Atemwege und damit Schnarchen und Atemaussetzer ausgemacht wird, dann kann eine Operation der Nasenscheidewand helfen. Bei derartigen Nasenscheidewand-OPs ist aber keineswegs garantiert, dass sich dadurch auch tatsächlich eine Verbesserung der Situation einstellt, wie auch mein Arzt mehrfach bestätigte. Neben der Belastung des Patienten durch jede Form von OP ist dies ein weiterer Grund dafür, zunächst die konservative Behandlung vorzuziehen, die ich nun an meinem Fall näher beschreibe.

Wie funktioniert eine Nasendusche?

Nasenduschen hat sicher jeder schon einmal in der Drogerie gesehen. In der Benutzung erinnern sie mich an Mundduschen: Sie sind nicht unangenehm, und es gibt einem immer ein gutes Gefühl, wenn man sie benutzt. Aber es bedeutet eben auch, einen weiteren Schritt in sein morgendliches und abendliches „Pflegeprogramm“ einzubauen. Da ich selbst vorher nicht wusste, wie eine Nasendusche überhaupt funktioniert, hier eine kurze Erläuterung:

Man füllt die Nasendusche mit lauwarmen, angenehm temperiertem Wasser. Dann gibt man ein Salz dazu, um es dem Salzgehalt des menschlichen Körpers anzugleichen, es also isotonisch zu machen. Theoretisch kann man dazu auch Wasser aufkochen und normales Salz aus der Küche hinzugeben, ich empfand dies aber als zu aufwändig. In der Drogerie bekommt man bereits fertig portioniertes Nasenduschsalz, das ich seitdem benutze. Man setzt nun die Nasendusche an ein Nasenloch an öffnet das Loch am oberen Ende der Nasendusche. Der Tank mit dem Wasser liegt oberhalb der Nase, sodass der Druck dafür sorgt, dass Wasser in die Nase gespült wird. Die Nebenhöhlen werden durchspült und das Wasser tritt aus dem anderen Nasenloch wieder aus. Wie schon beschrieben, ein durchaus nicht unangenehmes Gefühl, vor allem, wenn das Wasser die richtige Temperatur hat.

Der Arzt empfahl mir, die Nasedusche in der ersten Woche morgens und abends je einmal zu benutzen, danach nur noch einmal pro Tag.

Zwei Arten Nasensprays zur Behandlung von Atemaussetzern im Schlaf

Zusätzlich zur Nasendusche wurden mit noch zwei Sprays verschrieben, von denen das eine ein handelsübliches Nasenspray ohne Cortison war, wie man es z.B. auch bei Erkältungen einsetzt. Dieses sollte ich nur in der ersten Woche einsetzen, und zwar dreimal am Tag. Zusätzlich bekam ich noch ein weiteres Spray verschrieben, das cortisonhaltig ist und ein dauerhaftes Abklingen der Schleimhäute bewirken soll. Dieses soll nur einmal am Tag verwendet werden.

Ergebnis der konservativen Behandlung und Fazit

Wie hat diese konservative Behandlung nun angeschlagen? Nun, ganz offenbar sind meine Atemaussetzer und auch mein Schnarchen tatsächlich weniger geworden, wie meine Freundin berichtet. Es ist ja immer etwas schwierig, dies selbst herauszufinden. Allerdings muss man unterm Strich wohl auch sagen, dass meine Symptome (noch) verhältnismäßig schwach ausgeprägt sind. Solange es so bleibt, bin ich mit Nasendusche und Spray zufrieden und werde keine Operation vornehmen lassen.

Enttäuscht bin ich nach wie vor vom mobilen Schlaflabor, das für seinen einzigen Zweck doch ziemlich ungeeignet scheint. Sollte mein Schlaf noch einmal getestet werden müssen, würde ich trotz der Unannehmlichkeiten ein echtes Schlaflabor vorziehen.