Wer nachts das Hörgerät herausnimmt, hört keinen Wecker. Licht, Vibration und Erschütterung übernehmen diese Aufgabe. Welche Bauart wofür taugt, lesen Sie hier.
Ein naheliegender Gedanke ist, einfach einen besonders lauten Wecker zu kaufen. Bei leichter Schwerhörigkeit kann das reichen. Bei starkem Hörverlust nicht: Was fehlt, ist nicht die Lautstärke, sondern die Wahrnehmung bestimmter Frequenzen.
Dazu kommt die Nacht. Viele Menschen nehmen ihr Hörgerät zum Schlafen heraus, und damit fällt die Verstärkung weg, auf die sie sich tagsüber verlassen. Der Wecker muss also über einen anderen Sinn ankommen.
Deshalb arbeiten Weckgeräte für Hörgeschädigte mit Vibration und Licht statt mit Ton. Die meisten bieten alle drei Signalarten an, frei kombinierbar.
Eine flache Scheibe kommt unter Matratze oder Kopfkissen und erschüttert zur Weckzeit das Bett. Das ist die zuverlässigste Bauart und die einzige, die auch bei vollständigem Hörverlust und sehr tiefem Schlaf sicher weckt. Nachteil: Sie bleibt zu Hause.
Ein starkes, blinkendes Licht weckt über die geschlossenen Lider. Als alleinige Weckmethode ist Licht unsicherer als Vibration, weil es nur wirkt, wenn man in die richtige Richtung liegt. In Kombination ist es aber die dritte Sicherheitsebene.
Ein Armband vibriert direkt am Körper. Es geht überall mit hin und lässt sich tagsüber als Erinnerung nutzen, etwa an Medikamente. Die Vibration ist schwächer als beim Rüttelkissen, für sehr tiefe Schläfer reicht sie oft nicht.
Alle drei sind lieferbar. Preise und Verfügbarkeit werden täglich abgeglichen.
Alle Vibrationswecker im VergleichWer den Wecker nicht hört, hört auch die Türklingel nicht, das Telefon nicht und im Ernstfall den Rauchmelder nicht. Wenn Sie ohnehin etwas anschaffen, lohnt es sich, den gesamten Bedarf im Blick zu haben und nicht nur den Wecker.
Besonders wichtig ist der Rauchwarnmelder mit Blitz- oder Vibrationssignal. Rauchmelder sind in Wohnräumen vorgeschrieben, ein rein akustischer nützt gehörlosen Menschen im Schlaf aber nichts.
Ja. Die Erschütterung wird über den Körper wahrgenommen, nicht über das Ohr. Ein Rüttelkissen unter der Matratze ist dabei zuverlässiger als ein Gerät mit eingebauter Vibration.
Für manche ja, für sehr tiefe Schläfer nicht. Viele Menschen mit starker Hörminderung nutzen beides: das Kissen zu Hause, das Armband unterwegs.
Geräte mit Netzteil verlieren ohne Batteriepufferung ihre Weckzeit. Wenn Verschlafen ernste Folgen hätte, achten Sie auf ein Modell mit Batterie als Rückfallebene.
Ja. Funk-Signalanlagen bündeln mehrere Signalquellen und geben sie an dasselbe Empfangsgerät weiter. Das ist teurer als ein Einzelwecker, deckt dafür den ganzen Haushalt ab.